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Montag, 18. Mai 2015

Dadbod , mombod... Wer keinen " trendy Hashtag " für seinen Körper hat, wird erschossen.

Ouh làlà! Ein sexy #dadbod! Oh nein, ich bin doch eine emanzipierte Frau, ich brauche Gleichberechtigung! Schnell einen neuen Hashtag kreieren:  #mombod...


Was ist denn mit unserem Körpergefühl verkehrt, dass jede anatomische Begebenheit einen modischen Hashtag braucht, da sie ansonsten nicht anerkannt wird?


Ein von CollegeDadBods™ (@collegedadbods) gepostetes Foto am


Da werden vernachlässigte Männerbäuche in den strahlenden Sonnenschein gereckt und daraus der neueste Clou der Verführung der Frauenwelt gemacht. Die speckigen Männerbrüste werden zum sexuellen Statussymbol erhoben und das Bier mal in der linken, mal in der rechten Hand gehalten. Umgeben von gertenschlanken, US-Flaggen-Bikinis tragenden Mädels zelebrieren sie ihre Plauze als Non-Plus-Ultra der Sommerfigur 2015, garniert mit ein paar mehr als dummen Sprüchen. Kühle und heiße Blonde garnieren die Schnappschüsse der Men of the next year. 

Jaja, solch eine Figur kommt nicht von ungefähr. An der muss man arbeiten. Erst muss man einen äußerst weiten Bogen um das Fitness Studio machen und dann auch noch diese unhandlichen Bierkästen und Pizzakartons nach Hause bugsieren.

Bitte nicht falsch verstehen, ich brauch im Leben keinen Freund mit Sixpack. Aber ebenso wenig will ich einen Freund, der sein Sixpack nach zwei Feierabenden zur Leergutstelle bringen kann. Diese Körper wurden nicht durch Genuss geschaffen. Diese Bäuche zeugen von einem Lebensstil, der die Gesundheit völlig außer Acht lässt. 
Und anstatt diesen dämlichen Trend zu ignorieren, streben die Damen wieder nach falsch verstandener Gleichberechtigung.

Und somit treten die ausgelutschten Bauchdecken vieler Mamas in den Ring und wollen den Sieg in der Paradedisziplin des normcore nach Hause holen.


Doch hier ist der Unterschied: Dieser Körper hat ein Baby beherbergt und ist kein Heim schlechter und vor allem ungesunder Ess- und Trinkgewohnheiten. Schwangerschaftsstreifen, schlaffe Bäuche und nicht mehr ganz so pralle Brüste sind eine Nebenwirkung von etwas ganz wundervollem. Und ein menschliches Lebewesen steht auf der Wunder-Liste doch um einige Plätze weiter oben als Gerstensaft und eine mit Speck belegte Riesenpizza.

Montag, 27. April 2015

#ImNoAngel ? Doch! Aber mit Busen und einem runden Po!

Diese wirklich erotische Kampagne von Lane Bryant ist natürlich, frei, lebensfroh und auf das Wesentliche reduziert. 
" I'm no angel " feiert keine hyperaktiven Windspiele, die durch den mit Orangensaft getränkten Wattebausch auf der Zuckerwelle der aufgedrehten Girliness schwimmen. Nein, hier sind Frauen in schwarzweiß zu sehen, die sich morgens auch mal die Vollfettbutter aufs Brötchen streichen. Die nicht um jeden Zentimeter des Tortenstücks feilschen und sich auch nicht den Parmesan auf der Pasta versagen. 

Diese wunderschönen Frauen mit ihren wunderschönen Körpern tragen wirklich schöne Dessous. Und die Welt berichtet darüber. Als wäre es eine Sensation. Die Presse schreibt Dinge wie: „trotz Makel“, „... auch ohne perfekten Body“ und „... sie sind trotzdem sexy“.

Ein tiefes Seufzen entflieht meinem genervten Ich. Nun haben wir diese augenschmeichelnde, sehr ästhetische Werbung auf unseren Bildschirmen und lernen schon wieder nichts daraus. Diese Frauen werden mit wenn und aber betrachtet. Wieder wird quasi in die Welt hinausgerufen: „Es ist ok einen Bauch zu haben, aber denk ja nicht, dass das gut oder gar perfekt sei! Nein! Man muss dich immer im Vergleich zu den viel hübscheren, da schlankeren Mädchen sehen! So wie du bist, das ist nicht super! Es ist in Ordnung und wir nehmen jetzt am Rande Notiz von dir!“ Man müsse „Mut“ haben, sich mit solch einem Körper zu zeigen, „Respekt dafür“.....
Es ist eine Frechheit, zu sagen, dass diese Frauen eindeutig gegen den perfekten Körper protestieren. Damit wird doch wieder nur propagiert, dass dieser Körper nicht der perfekte ist, sonder der dieser Victoria's Secret Fliegengewichte. 

Ein Körper, dem man ansieht, dass er liebevoll behandelt wird, ist ein schöner Körper. Ein Körper, gegen den man permanent ankämpft, damit er Maßen entspricht, die eine 12-Jährige in der Wachstumsphase hat, nicht.

Diese niederträchtigen Lobeshymnen der Beauty- und Lifestyle-Redakteurinnen, wie schön es sei, dass sich nun auch diese dicken Randgruppen als sexy bezeichnen dürfen, sind schlimmer, als einfach die gemachten B-Körbchen vor den Kameras der Bikini-Industrie hüppeln zu lassen.

Es ist eine schöne Werbung mit schönen Frauen, die anderen schönen Frauen schöne Dessous zeigen. Selbstsichere Frauen, die lieber ihr volles Dekolleté als ihre Rippen zeigen.  



Dieser Spot punktet mit Erotik, statt vulgär ein Mikrohöschen durch den Sand zu rollen. Diese Frauen dürfen Frauen sein und werden nicht zu Superheldinnen in Zweiteilern. 
#IMNOANGEL spricht Frauen an, die sich sexy und in ihrer Haut wohlfühlen wollen. Victoria's Secret erfüllt die alltagstaugliche Halbpornographie für Männer. 
Und ehrlich: Ich habe hier den Büstenhalter an, also entscheide auch ich mein Frauenbild. Und das wackelt nicht Lippen leckend und quasi unbekleidet an einer Kamera vorbei.-