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Dienstag, 9. Dezember 2014

Achtung Glätte! Alle Sexuallockstoffe werden angewiesen, sich besonders vorsichtig auf der Hautoberfläche des modernen Menschen zu bewegen.

Entschuldigung, wir sind verrückt.
Ich lese es in so gut wie jeder Frauenzeitschrift, fast jedem Männerblättchen und sehe es in den Werbespots und Lebensstilsendungen im TV: wer natürlich ist, ist ekelig.
Wer natürlich ist, ist unsexy, nicht erotisch und irgendwie schon mal von Grund auf seltsam. Trotzdem plädieren alle für die natürliche Schönheit. Rote Lippen seien zu angemalt und eine sitzende Frisur nicht lässig genug. Ein Mann mit einer getönten Tagespflege? Nein, er ist doch ein Mann! Lässigkeit ist der Trend, der den Ton angibt.
Aber iiiiihh, der Kerl neben euch im Bett hat Achselhaare? Ja, das ist wirklich verwerflich. Und nun schaut unter die Decke und sagt noch, dass er auch Schamhaare hat!!! Ganz schön widerlich, oder?

NEIN.
Dass ein Mann Körperbehaarung hat, ist, aufgepasst: normal.
Ich würde sehr gern wissen, woran sich die kleinen Pheromone an den blitzeblank rasierten Männerkörpern festhalten sollen. Bei dieser Glätte müssen sie doch geradezu vom Körper herunterrutschten. Zack, und weg ist der Sexuallockstoff. Einfach ausgerutscht, das arme Ding.
Ich finde, wir müssen uns von dem neu auf-diktierten Glauben entfernen, dass alle Haare, außer die auf dem Kopf, die Augenbrauen und den Wimpern, ein Indiz für Ungepflegtheit sind. Natürlich gibt es Stellen, an denen Haare einen etwas weniger ästhetischen Eindruck vermitteln: Schultern, Rücken und Po beispielsweise. Aber auch das ist nichts schreckliches, auch diese Härchen finden jemanden, der sie liebt.
In den Filmen der 50er tragen die schönsten Frauen Achselhaar. Natürlich wuchern ihnen keine meterlangen Flusen aus den Achselhöhlen. Aber man störte sich nicht an ihnen. Warum auch? Wem tun sie etwas zuleide? Da muss sich eine wunderschöne Frau wie Alyssa Milano sagen lassen, sie hätte ein echtes Problem. Man kann nämlich im Mega-Zoom ein paar feine dunkle Unterarmhärchen erkennen! Skandal! Auch sehr schön, wie dem Wort „natürlich“ ein fieser, negativer Beigeschmack verliehen wird...

Quelle: PETA



Und bei dieser absoluten Idiotie jedem Härchen den Kampf anzusagen, sollten Männer bitte nicht auch noch mit hereingezogen werden.
Ehrlich gesagt, fände ich es sogar etwas befremdlich, hätte der Mann meines Bettes einen haarlosen Körper. Frisch rasiert und aalglatt erinnert er mich an einen vorpubertären Jüngling. Sprießen die Härchen gerade nach, sind sie stoppelig und bilden kleine Pickelchen. Sind Haare wirklich schlimmer als Pusteln?

Hat denn keiner von euch Haar-Hassern bemerkt, wie schön es sein kann, mit den Fingern in diesen Härchen zu spielen?

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Küsst euch! Küssen ist gut!

Was haben meine Äuglein denn da erblicken dürfen? 

Quelle: www.bunte.de


Die Januarausgabe der GQ hat eine wunderbare Aktion gestartet, die man einfach teilen muss.
Wenn Frau Frau in der Öffentlichkeit knutscht, hat das meisten nur was mit der Befriedigung von platten Männerfantasien zu tun. Und natürlich mit der Aufmerksamkeit für ß-Promidamen oder dem angekurbelten Verkauf irgendwelcher Erwachsenenfilmchen. 

Nun waren aber die Männer an der Reihe. Und zwar für einen gehaltvollen Zweck: nämlich dem Wladimir mal zu zeigen, dass Homosexualität (pass jetzt gut auf, Putilein) gar nichts schlimmes ist!!! Ich weiß, entsetzte Gesichter pflastern jetzt den Weg durch russische Wohnzimmer.

Lese ich die GQ ansonsten nur beim Zahnarzt als Amüsierlektüre, haben sie sich jetzt meinen Respekt verdient. „Gentlemen gegen Homophobie“. Ich finde es einen wichtigen Schritt zur Enttabuisierung von Homosexualität unter Männern. Auch wenn Deutschland sehr tolerant scheint, gibt es immer noch viele Konsorten, für die Schwulsein etwas ist, womit sie bitte nicht in Berührung kommen wollen. Ich spreche nicht davon, dass man sich im Darkroom der nächsten Schwulenbar heimisch fühlen soll. Auch ich finde zum Beispiel die exzessive und sehr unverbindliche Art sich Geschlechtspartner auf einschlägigen Webseiten und Apps zu suchen befremdlich. Meins ist es nicht. Aber soll doch jeder machen, was er möchte. 

Trotzdem kenne ich doch einige Herren, die mit Schnappatmung am Boden ihrer Fankurve liegen würden, erführen sie, dass ihr Lieblingsspieler ihres Vereins schwul ist. Homosexualität verschlechtert ja nicht das Vermögen den Ball ins Tor zu bugsieren. Da bin ich mir ganz ganz sicher, auch wenn es dazu noch keine Studien gibt (jeder der eine Doktorarbeit darüber schreiben will: ich möchte zitiert werden ;) )

Um das ganze wieder auf ein niedrigeres Niveau zu bringen: Der Kuss von Revolverheld macht sogar auf der Attraktivitätsskala einiges her.

An das hier lesende Männer: Schnappt euch euren besten Freund und gebt ihm einen Kuss! Liebe ist nicht nur für Paare da.
Ihr liebt euren Kumpel doch auch, oder nicht?

Wir machen es vor: